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Ratgeber

Aufbau einer Vertriebspräsentation: die sechs Teile die überzeugen

Sechs Teile tragen eine überzeugende Vertriebspräsentation: Kundenrealität, Folge des Problems, gewünschter Zustand, Lösungsansatz, Beweis und gemeinsamer nächster Schritt. Diese Reihenfolge stellt den Kunden an den Anfang und dein Angebot erst an die vierte Stelle. Pitch & Close nutzt sie als Grundstruktur für jede Vertriebspräsentation – angepasst an Gesprächspartner und Situation.

Die Grundstruktur

So baust du eine Vertriebspräsentation auf

Jeder Teil beantwortet eine Frage, die sich dein Kunde stellt. Unter jedem Schritt steht die Prüffrage, mit der du ihn selbst kontrollierst.

  1. 01

    Kundenrealität

    Beginne mit der Lage des Kunden: was er gerade erlebt, womit er kämpft, was sich in seinem Markt verändert. Keine Firmenhistorie.

    PrüffrageErkennt sich der Kunde in den ersten Sätzen wieder?

  2. 02

    Folge des Problems

    Zeige, was es kostet, wenn sich nichts ändert: Zeit, Geld, Risiko, Nerven. Konkret, nicht dramatisch.

    PrüffrageWird klar, warum jetzt gehandelt werden sollte?

  3. 03

    Gewünschter Zustand

    Beschreibe, wie es aussieht, wenn das Problem gelöst ist – aus Sicht des Kunden und in seinen Worten.

    PrüffrageWill der Kunde dorthin?

  4. 04

    Lösungsansatz

    Erst jetzt kommt dein Angebot: wie du den Weg dorthin möglich machst. Drei Nutzenargumente, nicht dreißig Funktionen.

    PrüffrageIst der Zusammenhang zwischen Problem und Lösung offensichtlich?

  5. 05

    Beweis

    Belege dein Versprechen mit Referenzen, Kennzahlen oder einer Situation, in der es schon funktioniert hat.

    PrüffrageGlaubt der Einkauf dir auch, wenn du nicht im Raum bist?

  6. 06

    Gemeinsamer nächster Schritt

    Schließe mit einem konkreten Vorschlag: was als Nächstes passiert, wer beteiligt ist und bis wann.

    PrüffrageWeiß jeder im Raum, was jetzt passiert?

Situationen

Wann du von der Grundstruktur abweichst

Die Grundstruktur ist kein starres Skript. Gesprächspartner und Situation bestimmen den Einstieg – die Logik bleibt.

Vier Situationen, in denen sich ein anderer Einstieg lohnt:

  1. Bei Geschäftsführern

    Steig mit einer strategischen Entscheidung ein, die ansteht. Geschäftsführer hören zuerst auf Richtung, dann auf Details.

  2. Bei Bestandskunden

    Beginne mit einer konkreten Zahl aus der bisherigen Zusammenarbeit. Die Beziehung ist schon da – jetzt zählt der nächste Schritt.

  3. In Ausschreibungen

    Folge der Gliederung der Ausschreibung, aber stell jedem Kapitel eine Kernaussage voran. Bewerter vergleichen – mach es ihnen leicht.

  4. Im Erstkontakt

    Kürze radikal: Kundenrealität, ein Nutzenargument, ein Beleg, nächster Schritt. Alles andere kommt im zweiten Termin.

Häufige Fragen

Was beim Aufbau oft unklar ist

Ehrliche Antworten – auch wenn du nie mit uns arbeitest.

Die Lage des Kunden, nicht dein Logo. Ein Satz, in dem sich der Kunde wiedererkennt, holt mehr Aufmerksamkeit als jede Firmenvorstellung. Dein Name und deine Kontaktdaten stehen ohnehin auf der Titelfolie – die erste inhaltliche Folie gehört dem Kunden.

In den Beweisteil, und dort nur so weit, wie sie das Versprechen glaubwürdig macht. Gründungsjahr, Mitarbeiterzahl und Standorte interessieren den Kunden nur, wenn sie für seine Entscheidung wichtig sind – etwa Lieferfähigkeit oder Erfahrung in seiner Branche. Alles andere passt in den Anhang.

Mit einem konkreten nächsten Schritt, nicht mit „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“. Schlag vor, was als Nächstes passiert, wer beteiligt sein sollte und bis wann. Die letzte Folie bleibt am längsten stehen – nutze sie für den Vorschlag, nicht für den Dank.

Erst, wenn der Kunde verstanden hat, wofür er bezahlt. Ein Preis vor dem Nutzen wird mit dem nächstbesten Angebot verglichen, ein Preis nach dem Nutzen mit dem Wert. Fragt der Kunde früh danach, weich nicht aus: Nenn eine Spanne und sag, wovon sie abhängt. Im Leave-behind steht der Preis am besten auf einer eigenen Seite, zusammen mit dem, was enthalten ist.

Als Richtwert: Die Kundensituation und ihre Folgen bekommen mehr Zeit, als die meisten denken – rund ein Drittel. Lösung und Beweis teilen sich den großen Rest, und für den nächsten Schritt planst du bewusst Zeit ein, statt ihn in der letzten Minute anzuhängen. Wer zwei Drittel der Zeit über das eigene Produkt spricht, hat den Kunden meist schon vorher verloren.

An den Übergängen zwischen den Teilen. Nach der Kundensituation fragst du: „Trifft das bei Ihnen so zu, oder ist es anders?“ Nach dem Lösungsansatz: „Was davon wäre für Sie am wichtigsten?“ Diese Fragen sind kein Ritual, sondern Steuerung: Die Antworten zeigen dir, welche Belege du vertiefst und welche du überspringst. Plane sie fest ein und markiere sie in deinen Notizen.

Eins bis drei, ausgewählt nach Nähe zum Gegenüber. Ein Beispiel aus der Branche oder Größenordnung des Kunden überzeugt mehr als zehn Logos aus anderen Welten. Erzähl jedes Beispiel als kurze Geschichte: Ausgangslage, Vorgehen, Ergebnis. Halte im Anhang weitere Beispiele bereit, damit du auf Nachfragen reagieren kannst, ohne die Hauptgeschichte zu überladen.

Ja. Im Erstgespräch geht es darum, die Situation des Kunden zu verstehen; die Präsentation ist kurz und lässt viel Raum für Fragen. Im Abschlusstermin zeigst du, dass du zugehört hast: Du greifst die Aussagen aus dem Erstgespräch auf, beantwortest offene Einwände und schlägst einen konkreten Start vor. Dieselbe Folienfolge für beide Termine passt fast nie.

Entlang der Bewertungskriterien, nicht entlang deines Angebots. Lies die Ausschreibung so, wie das Gremium sie liest, und beantworte jedes Kriterium sichtbar und in dessen Reihenfolge. Nutze die Begriffe aus der Ausschreibung, nicht deine eigenen. Dein Unterschied zu anderen Bietern gehört trotzdem nach vorn: Gremien sehen viele Präsentationen hintereinander und erinnern sich an die eine klare Aussage.

Dramaturgie ist die Reihenfolge, in der du Informationen zeigst – also die Struktur. Storytelling ist die Art, wie du sie erzählst: mit Situationen, Menschen und Wendepunkten statt mit Aufzählungen. Eine Vertriebspräsentation braucht beides. Ohne Dramaturgie fehlt der rote Faden, ohne Storytelling bleibt sie abstrakt.

Der erste Schritt

Lieber nicht allein bauen?

Im Erstgespräch klären wir in 15 Minuten, ob du mit der Grundstruktur selbst weiterkommst oder ob wir deine Vertriebspräsentation gemeinsam entwickeln.